Es brauchte mehrere Anläufe, bis das Gespräch mit ihm zustande kam. Das lag

auch an seiner Arbeit, die ihn oft unterwegs und zuweilen über Tage im Ausland

sein ließen. Und dennoch: er schießt noch aktiv, inzwischen in einer Altersgruppe,

die man ihm nicht ansieht.

Über die Lust am Luftgewehrschießen fand er zu Schießsport. Die ersten Ver-

suche machte er am alten Schützenhaus, das zu dieser Zeit nicht mehr als ein Holzschopf war. Und trotz der Meinung des damaligen Vorstands, daß das

„alles nix“ sei, setzte er seine Versuche fort und trainierte regelmäßiger. Betreut

von Franz Broschek wurde das Training der jungen Schützen zum Wettkampf um

das begehrte Schnitzel, das der Betreuer am Ende ausgab. Er trainierte auch zu Hause mit einer Anlage der heutigen Centra (auf einer Schiene konnte eine Scheibe bewegt werden) – und trainierte da nahezu täglich. Nach einem guten Jahr konnte

er an den Kreiswettbewerben teilnehmen. Mit 16 Jahren trainierte er dann mit dem Kleinkalibergewehr, erreichte bald eine nennenswerte Ringzahl und wurde in den südbadischen Kader berufen. 1971 nahm er erstmals an den Deutschen Meisterschaften teil; mit der Mannschaft Südbadens wurde er Deutscher Meister.

Woran erinnerte er sich in diesem Zusammenhang besonders ? In Neustadt ehrte

der Sportbund alle Deutschen Meister aus dem Südbadischen. Frohgemut war er

im guten Anzug angereist, genoß Ehrung und Feier und konnte am nächsten Tag nicht zurück: in der Nacht hatte es geschneit, der Schnee lag 20 cm hoch. Kein Fortkommen ohne Schneeketten. Die lagen zum Glück im Auto - er mußte sie im guten Anzug aufziehen.

Bis heute ist Peter Bruch aktiv. Rundenwettkämpfe und Meisterschaften schoß er

bis 1996 für Herten. Mit dem Übergang zur Altersklasse, Schützen über 46 Jahre, schloß er sich Gleichaltrigen und gleich Erfolgreichen in Schlächtenhaus an; das

Ziel war stets, bis zur Deutschen Meisterschaft zu kommen. Die Erfahrung, daß

man in und mit einer Mannschaft, und unter Umständen auch mit Schützen eines anderen Vereins dieses Ziel eher erreicht, machte sich seither auch die Jugend des Vereins zu Nutze – mit Erfolg.

Beruflich vorbelastet wurde er zum „Bastler“ für den Verein. Für die Scheiben-wechselanlage, die bis 19667/68 noch mit Batterie betrieben wurde, baute er ein Netzgerät für die Stromversorgung dieser Anlage. Anfang der 70er Jahre wurden nach seinen Plänen die Erdkabel auf den Ständen neu verlegt. Und noch heute ibt es keine Elektroarbeit an und im Schützenhaus, zu der nicht seine Kompetenz gefragt wäre.

Wir schlossen das Gespräch mit der Gewißheit, daß er noch über viele Einzelheiten und Anekdoten erzählen konnte. Aber die wollte er lieber am Stammtisch im Schützenhaus zum Besten geben – aus „Rücksicht“ auf die darin handelnden Personen.

Alsdann - auf zum Stammtisch.(hp).