Mit dem Heft 4/09 beenden wir die Erlebnisberichte der heute noch aktiven Mitglieder, die wir im Jubiläumsjahr 2009 ausgefragt haben. 2010 folgen
Wieder Erinnerungen nicht mehr aktiver Schützen.
Wir stellten Reinhard Knispel, Oberschützenmeister (= Vereinsvorsitzender)
seit 2000, drei Fragen. Hier die Fragen und zusammen gefaßt seine Antworten.
Frage 1: Wie kommt ein gebürtiger Münchner in einen südbadischen Schützenverein?
Antwort: Wegen der Arbeit kam er hierher. Nach dem Abschluß der Ausbildung
als Brauer verlockte das Angebot der Feldschlößchen-Brauerei für 1 ½ Jahre
Arbeit in der Schweiz. Sein Entscheid: „Das machst‘ mal !.“ Hier lernte er seine zukünftige Frau Daniela, ihre Brüder und Schwiegervater Peter Matt kennen. Bis
zu diesem Zeitpunkt hatte er keine Beziehung zum Schießen, abgesehen von der Ausbildung bei der Bundeswehr, bei der er mit der Pistole nicht traf und mit dem Gewehr die Schützenschnur schaffte. Heute hat sich das Verhältnis verkehrt.
Zum Schießsport kam er durch den Bruder seiner Frau, der als Jungschütze
an den Wettbewerben des Centra-Cup teilnahm; hier Reinhard nur als Zuschauer.
1991/92 trat er mit Schwiegervater Peter dem Hertener Schützenverein bei. Der damalige Jugendtrainer Toni Pertler nahm sich seiner an und lehrte ihn bei der Jugend das Schießen. Das erleichterte die rasche Integration ins Vereinslegen.
Mittlerweile ist er selbst Jugendtrainer bei den Pistolenschützen und gibt sein Wissen an die Jugend weiter.
Er war dabei, als 1995 über den Umbau am Schützenhaus entschieden wurde;
da war er bereits als Kassierer Mitglied des Vereinsvorstandes. Nach einem weiteren Jahr Ausbildung (Meisterbrief), in denen er nicht am Vereinsleben teilnahm, wurde er 1998 erneut in den Vorstand gewählt. 2000 wurde ihm die Leitung des Vereins übertragen.
Frage 2: Seit 9 Jahren bist Du Oberschützenmeister. Wie war Dir bei Übernahme dieser Aufgabe zu Mute ? Womit mußtest Du zurecht kommen ?
Antwort: Der Einstieg in die Vereinsführung war von widersprüchlichen Erfahrungen begleitet. Nach der Wahl fuhr er mit der Jugendabteilung ins Winterlager – ein aufmunterndes Erlebnis mit der Gewißheit, daß die Jugendarbeit lief und auch heute – bei veränderten Bedingungen - noch läuft, dank der verantwortungsvollen Arbeit von Trainern und Jugendbegleitern. Rückschauend sieht er sich „blauäugig“ in der Erwartung, daß die am gleichen Freizeitsport Interessierten auch unaufgefordert Blick und Einsatz für die Gesamtbelange des Vereins aufbringen. Wiederholt mußte er feststellen, daß dazu stets neue Anstöße erforderlich waren und wohl auch sind. Das Tagesgeschäft nimmt oft Zeit für das Vorausschauen auf zukünftige Erfordernisse. Ihn beschäftigt die Tatsache, daß der einst als Gewehrverein entstandene Schützenverein mit zunehmenden Alter der Aktiven immer stärker zu einem Pistolenverein wird.
Frage 3: Wir haben 2009 mit verschiedenen Veranstaltungen den 75. Jahrestag der Gründung eines Schützenvereins in Herten begangen. Welche Wünsche für die Zukunft des Vereins hast Du ?
Blick vom Eigenturm
